Sonntag, 10. Februar 2008

Travellog Part 4: Washington, DC


Am 2/2/08 bin ich von Dallas aus nach Baltimore, MD geflogen und wurde dort von Diana, der Cousine von Martha, abgeholt. Es dauerte ungefähr 45min. bis wir in Washington DC und bei ihrer Wohnung waren. Diana wohnt etwa 5min. von der Metro Station entfernt in einem condominium, was vielleicht knapp 50m² groß ist. Sie ist 49 Jahre alt und ist weder verheiratet, noch hat sie Kinder. Sie spricht nicht viel, was sie mir aber auch auf der Heimfahrt direkt gesagt hat. Diana ist extrem unsicher und weiß meiner Meinung nach nicht, wie man mit Leuten umgeht. Sie ist gerne für sich alleine und nicht gerne unter Menschen. Sie hat weder Internet, noch ein Handy oder Kabelfernsehn. Deshalb musste ich im Endeffekt auch über 50USD mehr bezahlen, als ich für den Flug von DC nach Buffalo noch am Samstag morgen hätte zahlen müssen.
Es dauerte nämlich ewig, bis wir einen Ort fanden, wo ich mit meinem Laptop ins Internet gehen konnte. Zuerst versuchten wir Starbucks, aber da sollte Internet 10USD pro Tag kosten, was ich nicht zahlen wollte, außerdem fand mein Laptop dort auch keine connection. Dann liefen wir wieder heim und Diana laß Zeitung während ich mir Gedanken machte, wie ich jetzt möglichst schnell den Flug buchen kann. Ich ging dann einfach zum Nachbarn und fragte ihn, ob er Internet habe und ob ich es benutzen könne. Er hatte aber auch kein Internet (wo war ich denn da gelandet?!?), schlug aber vor, bei der Bücherei anzurufen, da könnte es Internet geben.
Diana rief dann dort an und wir liefen etwa 20min. zur Bücherei, per Metro hätte es eine Station gedauert...
Um 4.30pm kam ich dann endlich ins Internet und konnte meinen Flug buchen. Abends kam Trevor um 9.30pm und holte mich ab. Er sagte vorher, dass wir einen Kaffee trinken gehen würden, was mir gut passte, da ich eh schon so müde war. Ich dachte, wir würden da vorne zum Starbucks gehen, aber wir fuhren dann per Metro zwei Stationen und liefen dann nochmal 15min. zum Bar District. Ich war mega müde und sagte Trevor auch direkt, dass ich nicht lange bleiben würde. Wir gingen dann in eine Sportsbar, wo ich mir noch die Bball Spiele angucken konnte, weil bei Diana ja keine liefen, da sie kein Kabel-TV hat...Gegen Mitternacht war ich dann wieder daheim.
Am Sonntag war Super Bowl und Diana und ich gingen nachmittags erst noch in den National Zoo, der wie auch viele Museen kostenlos war. Der Zoo war auch wirklich schön und das Wetter draußen auch. Samstag Nacht war es noch richtig kalt gewesen, aber Sonntag schien die Sonne und es war recht warm.
Da Trevor mit seiner fraternity den Super Bowl guckte und Frauen dort nicht erlaubt sind, fragte ich Diana, ob sie was machen würde. Natürlich sagte sie, dass sie nichts machen würde und das Spiel so nebenbei daheim verfolgen würde. Der Sender, auf dem das Spiel kam, ist auf ihrem TV nämlich mega verschwommen, weswegen es sich auch eigentlich nicht lohnt, etwas zu "gucken", wenn, dann kann man auf dem Sender was "hören". Ich sagte ihr dann, dass ich auf alle Fälle unter Leute wollte um das Spiel zu gucken und fragte, ob sie mit mir in einen Pub gehen wollte. Sie verneinte aber direkt und meinte, sie würde nach Hause gehen. Ich fand auf dem nach Hause Weg dann einen Pub und zu meiner Überraschung kam Diana mit rein, bestellte auch Essen und Trinken und meinte dann vor dem Spiel zu mir, dass sie ja nicht so der Stil wär und wenn jemand zu mir rüber kommen würde um mit mir zu sprechen, dann sollte ich ihr nur Bescheid sagen, dann würde sie schon nach Hause gehen!!!! Daran hat man mal wieder gesehen, wie unsicher sie ist. Ich hatte sie vorher ja nicht umsonst gefragt, ob sie mit mir kommen will, warum sollte ich sie auf einmal auffordern zu gehen?! Abgesehen davon waren eh keine gutaussehenden Männer im Pub...
Die Giants gewannen - yay!! Und das Spiel war ja recht langweilig, beide Teams waren sehr aufgeregt und bis auf das erste und das letzte Viertel war es wirklich zum einschlafen...die Freude im Pub war dann groß, als die Giants in letzter Minute doch noch gewannen, schade für Tom Brady.... ;-)
Am Montag fing dann meine sightseeing Tour durch Washington DC an. Ich fuhr per Metro downtown zur Union Station und lief zum Supreme Court, den ich mir auch von innen anguckte. Es gab da eine kostenlose Infoveranstaltung im courtroom, wo auch die ganzen wichtigen Anhörungen stattfinden. Man kann als normaler Bürger jederzeit zu so einer Gerichtsverhandlung kommen, man muss am selben Tag nur früh genug da sein, um einen Platz zu bekommen. Der Supreme Court ist sehr schön und hat wunderschöne hohe Decken, viel Marmor und sieht auch von außen ganz toll aus.
Von dort aus lief ich an der Library of the Congress vorbei und dann runter zum State Capitol, wo momentan viel gebaut wird. Ich machte viele Fotos und lief dann zur American Art Gallery, die zwar kein Smithsonian ist, aber dennoch kostenlos. Die Gallery ist riesig und hat sowohl eine große Skulpturenausstellung, als auch tausende Gemälde aus allen Epochen. Unter anderem hingen dort Bilder von van Gogh, Monet oder Breughel. Allzu lange blieb ich jedoch nicht, weil solche art galleries für meine Augen immer zu anstrengend sind. Die ganzen Farben und Muster, das strengt die Augen nach einiger Zeit einfach zu arg an. Die meisten Museen machen zwischen 4.30pm und 5.30pm zu und da es schon später war, lief ich nur noch durch den American Art Gallery Sculpture Garden und fuhr dann nach Hause, weil ich auch noch Essen für mich einkaufen musste.
Am Dienstag ging meine sightseeing Tour dann weiter. Ich fuhr downtown und lief zuerst zum White House Visitor Center, wo viele Infos über's Weiße Haus zu erhalten waren, es gab eine Ausstellung mit verschiedenen Sachen aus dem White House, viele Fotos und einen Film. Ich lief dann rüber zum Weißen Haus, wo sich gerade eine Touri-Gruppe für eine Tour aufstellte. Ich las, dass man eine Tour machen konnte und fragte deshalb einen Tour-Guide, ob ich mich irgendwo anmelden muss um die Tour zu machen. Er sagte mir dann, dass ich mich drei Monate vor der Tour bei meiner embassy bewerben muss....da fiel die Tour durch's Weiße Haus direkt mal aus.
Ich schoss dann aber natürlich noch die obligatorischen Bilder vor dem Weißen Haus und lief dann zum Washington Memorial. Oben angekommen konnte man eine gute Aussicht über DC genießen, allerdings war es etwas bewölkt und nebelig.
Von dort aus lief ich zum National Museum of Natural History, was wieder kostenlos und auch total schön war. Zuerst guckte ich mir die Tierausstellung an und dann die Gem-Ausstellung im ersten Stock.
Dort waren die tollsten Diamanten ausgestellt, unter anderem auch die Diamantohrringe von Marie Antoinette, die ich ja gerne direkt mitgenommen hätte ;-) Im Nebenraum war dann der Hope Diamond ausgestellt; die Kette im Film "Titanic" ist dem Hope Diamond nachempfunden. Der Hope Diamond ist wirklich gross und wunderschön.
Es gab dann noch eine Ausstellung zu verschiedenen Halbedelsteinen aus aller Welt und eine künstliche Tropfsteinhöhle, die die Amerikaner total begeisterte, weil sie sowas ja nicht kennen. Außerdem gab es im Museum noch ein Planetarium, eine Dinosaurierausstellung die wie im Senckenbergmuseum war, und eine Ausstellung zu den Ureinwohnern, ihren Werkzeugen und ihrem Tagesablauf.
Von dem Museum ging meine Tour weiter zum Smithsonian Castle, wo man eigentlich am besten eine Washington-Tour anfängt. Dort ist nämlich aus jedem Smithsonian Museum etwas drin und man kann so schon mal sehen, was einen interessieren könnte. Im Garten hinter dem Schloss machte ich dann Mittagspause und genoss das warme Wetter und den Duft der Blumen, die dort schon blühten.
Ich lief dann weiter zum American Holocaust Museum, was nicht weit weg war. Das Museum war kostenlos und eines der besten Museen, die ich bis jetzt gesehen habe. Bevor man per Aufzug in den vierten Stock fuhr, musste man sich eine ID-Card nehmen, es gab einen Stapel für Frauen und einen für Männer. Ich dachte zuerst, dass ich dort vielleicht meine ID-Nummer oder irgendwas eintragen müsste, aber dann sah ich, dass die ID-Card wie eine echte gemacht war und schon einen "Besitzer" hatte. In der ID-Card war das Bild einer Frau, ihr Name, das Geburtsdatum und der Wohnort. Auf den folgenden Seiten standen Informationen zu ihr, ihrem Mann und den Kindern. Die Frau war Jüdin und sollte nach dem Tod ihres Mannes und der Flucht ihrer Töchter deportiert werden, beging aber allerdings vorher Selbstmord. Ich las ihre Geschichte im Aufzug und man war dadurch schon direkt auf das "eingestimmt", was einen erwarten würde. Als der Aufzug hielt, lief man als erstes auf eine schwarze Wand zu, auf der groß "HOLOCAUST" drauf stand, daneben ein grosses Bild aus einem KZ, wo Leichen gestapelt waren.
Das Musem war riesig und erstreckte sich über vier Etagen. Was so interessant war, war dass ich über die Geschichte meines Landes aus der Perspektive eines anderen Landes erfuhr. Natürlich haben wir in der Schule sehr viel über dieses Kapitel unserer Geschichte gelernt, aber es bleibt doch nie Zeit, um die Perspektive der anderen Länder zu dem Thema zu behandeln. Im Museum war sehr viel ausgestellt, sehr viele Zeitzeugen erzählten von der schlimmen Zeit damals und unter anderem konnte man auch durch einen Wagon laufen, in dem die Juden damals wie Tiere gepfercht in die Konzentrationslager transportiert wurden. Das war wirklich ein komisches Gefühl: es war dunkel in dem Wagon, es gab nur zwei kleine Fenster und man wollte einfach nur noch raus.
Um 5.15pm war ich in dem Museum fertig und fuhr zur National Portrait Gallery, weil ich von einer Fotoausstellung gelesen hatte, die berühmte African-Americans zeigte, sowohl Film-, Musik-, Sport- und Fernsehstars, als auch Bürgerrechtler und politisch Aktive. Eigentlich ist das Museum für seine Portraits der Präsidenten der United States bekannt. Diese Ausstellung guckte ich mir aber nur kurz an. Ich hatte ja auch schon einen langen Tag hinter mir und wollte die Fotographien sehen.
Die meisten Fotos waren auch wirklich sehr gut. Ich fuhr dann wieder Richtung Van Ness Station und ging noch einkaufen, bevor ich wieder zurück in die Wohnung kam.
Am Mittwoch fuhr ich zur Pentagon City Fashion Mall, die ganz in Ordnung war, aber nicht so gut wie die Malls in Dallas. Ich blieb auch nicht allzu lange, weil ich abends ja noch mit Diana zum Basketball wollte. Am Samstag hatte ich nämlich noch günstige Tickets für's NBA Spiel Washington Wizards vs. San Antonio Spurs bekommen.
Diana und ich fuhren gegen 6pm mit der Metro zum Verizon Center und holten die Tickets ab. Wir saßen wieder im Upper Level und diesmal gab es auch keine Chance, die Plätze in der Halbzeit zu wechseln, weil man dort nur mit passendem Ticket überall rein kam.
Das Spiel war recht langweilig, es war vor dem Spiel schon abzusehen, dass Washington nicht gegen den aktuellen Champion gewinnen wird. Tony Parker spielte bei den Spurs nicht und der Butler spielte bei den Wizards nicht. Bis zum dritten Viertel plätscherte das Spiel so vor sich hin, kein Team konnte (wollte) sich großartig absetzen, die Wizards hatten eine katastrophale Quote von der Dreierlinie und im dritten Viertel konnte man dann sehen, dass die Spurs ernst machten und so auch komfortabel gewannen. Sie spielten einfach routinierter, passten den Ball und konnten so ganz einfach die Wizards Defense aushebeln.
Diana gefiel es aber glaub ich gut, auch wenn sie zuerst wieder nicht mitkommen wollte. Es war ihr erstes NBA Spiel. Wir verabschiedeten uns dann schon am Mittwoch, da Diana immer gegen 7.30am an die Arbeit fuhr und ich so früh noch nicht wach sein würde.
Da sie am Samstag sagte, sie könne mich nicht zum Flughafen bringen, nahm ich am Donnerstag den Shuttle zum BWI und nachdem ich wieder Gepäck umräumen musste und auch mal wieder in den Genuss eines major security checks kam, konnte ich ohne Probleme nach Buffalo fliegen, wo es natürlich mega kalt war, wo Schnee lag und wo ich bei der Kälte nicht sein will ;-)

Travellog Part 3: Dallas, TX

Am 1/27708 bin ich von San Antonio weiter nach Dallas geflogen, wo ich beim Bruder von Martha und seiner Familie wohnte. Ich flog zu Dallas-Lovefield, weil der Flughafen näher am Haus meiner Hostfamily ist. Die Familie war total nett, ich war mal wieder die große Schwester, weil Rose, die älteste Tochter nach Austin gezogen ist und dort nun im ersten Semester studiert. Die drei Jungs haben sich natürlich gefreut, endlich wieder eine große Schwester im Haus zu haben und Leigh und Elise, die Eltern, auch.
Die Martin's haben ein großes Haus, eine Katze und einen Hund. Elise buchte mit mir gleich den Flug nach DC, damit ich noch Geld sparen konnte. Je länger man mit dem Buchen wartet, desto teurer werden die Flüge. Sie ist überhaupt eine sehr gute Planerin und hat mehrere Möglichkeiten gecheckt, um den besten Flug für mich zu finden. Nachdem ich meine Koffer in Thomas' Zimmer getragen hatte (er überließ mir sein Zimmer im Erdgeschoss und schlief für die nächsten Tage bei seinem Zwillingsbruder William im Zimmer), fragte mich Leigh, was ich denn unbedingt in Dallas sehen wollte. Ich sagte natürlich gleich, dass ich total gerne Dirk spielen sehen würde. Es war Sonntag und ich hatte den Spielplan schon gecheckt. Ich wusste, dass die Mavs am Sonntag um 5.30pm spielen würden, allerdings war das Spiel schon lange ausverkauft. Leigh guckte dann aber auch einer Homepage, wo Privatleute ihre Tickets für's Spiel verkauften, weil sie zu viele hatten oder doch nicht kommen konnten. Allerdings gab es dort nur die shipping Methode und wir brauchten die Karten ja direkt.
Leigh meinte dann, dass wir bestimmt auch vor der Arena Karten bekommen würden und so duschte ich schnell und um 5.20pm waren wir dann auch am AA Center. James und ich bekamen dann noch Karten für's Upper Level zum Preis von 40USD pro Stück - statt original 18USD...
Aber hauptsache, wir konnten noch zum Spiel. Die Mavs spielten gegen die Denver Nuggets, dem Team von Allen Iverson und Camelo Anthony. Anthony spielte allerdings nicht. Die Menge rastete aus, als Dirk Nowitzki aufgerufen wurde, er ist in Dallas wirklich der Megastar. Das Spiel war gut, es war immer nur eine knappe Führung und zum Schluss machte Dirk den Sieg klar, indem er zwei wichtige Dreier in Folge traf, die die Nuggets nicht beantworten konnten, und wichtige Freiwürfe traf.
Nach der Halbzeit wechselten Jamie und ich dann unsere Plätze, weil direkt im Lower Level noch einige Plätze frei waren und in der Arena die Tickets nicht kontrolliert wurden. Wir hatten uns schon "unsere" Plätze von oben ausgeguckt und liefen dann in der Halbzeit einfach hin. Der Türsteher sagte mir auch noch, als wir in Block 101 waren, dass das Block 101 wär, ob ich den suche, oder ob wir in 102 sitzen *hahaha* Ich sagte dann, dass wir hier schon richtig wären und zack! hatten wir neue Plätze direkt hinter dem Korb!!! So einfach geht das und das zum Preis von 40USD, wo alle anderen dort mindestens 140USD bezahlt hatten!!
Leigh holte uns nach dem Spiel ab und wir holten zum Abendessen Chicken Wings, die aber nicht so gut waren, wie die bei Buffalo Wild Wings. Am Montag fuhr Leigh mich in seiner Mittagspause zur Galleria Mall, einer riesengroßen upscale Mall in downtown Dallas. Ich blieb den ganzen Tag und wurde abends von Elise abgeholt.
Am Dienstag schlief ich aus und machte eigentlich nichts, weil es ohne Auto unmöglich ist, in Dallas rumzukommen, die nächste Bushaltestelle war auch 2miles vom Haus entfernt.
Am Mittwoch lief ich dann durch die Nachbarschaft und wollte eigentlich eine Bushaltestelle finden, aber als ich dann oben an der Royal Road war, wo es weder Bürgersteige noch Bushaltestellen gab (und das für die nächsten 45min.), lief ich wieder nach Hause. Es war mir nämlich eindeutig zu doof, die ganze Zeit am Straßenrand im Gras rumzulaufen, die Autofahrer haben mich auch schon ganz komisch angeguckt...tja, einen Fußgänger sieht man in Dallas halt nicht oft...
Am Donnerstag fuhr Elise mich dann wieder in die Mall. Die Dallasianer sind nämlich dafür bekannt, dass sie shoppen LIEBEN und ich bin ja auch nicht wirklich abgeneigt...Diesmal fuhr Elise mich in die Grapevine Mills Mall, eine riesige Outlet Mall wo ich viele gute Deals machte. Dort wurde ich um 9pm wieder abgeholt und kaum war ich daheim, kamen auch schon zwei Freunde von Rose, um mich abzuholen. Ich fuhr mit den Jungs zuerst in eine Art Starbucks, allerdings war das eine independent Kette. Danach fuhren wir in eine Hooka-Bar, das ist jetzt hier der neuste Trend, weil über die letzten Jahre so viele Araber und alles hier rüber gekommen sind, die dann Shisha-Bars eröffnet haben. Von dort aus fuhren wir in einen Pub, wo ich nicht nur die letzten Minuten des Mavs vs. Spurs Spiels gucken konnte, sondern auch noch ein Paulaner trinken konnte - yay deutsches Bier!!!
Ich war vom shoppen total müde und gegen 1.40am war ich dann wieder daheim. Am Freitag wollte ich eigentlich downtown angucken, aber ich konnte noch nicht um 6.30am aufstehen und Leigh kam auch nur kurz zur Mittagspause heim und konnte mich nirgends mehr hinfahren. Also blieb ich daheim und chillte. Abends fuhren Elise, die Jungs und ich nach Fort Worth zum Rodeo, weil es die letzte Woche von der "Fort Worth Rodeo und Stock Show" war, ein großes Event, wo junge und alte Cowboys und solche, die es noch werden wollen, zusammenkommen und den Spirit des Wilden Westens aufleben lassen. Die Show war wirklich ein Erlebnis und es war interessant, einen bull ride mal live zu sehen. Die Rinderchen haben mir allerdings leid getan, als sie mit einem Lasso um den Hals und mit einem um die Hinterbeine gefangen waren und hilflos am Boden lagen...
Nach zwei Stunden war die Show fertig und wir fuhren zum Abschied nochmal mexikanisch Essen - juchuuuu!! mein Lieblingsessen!! ;-) Diesmal war das Essen aber besser, als in dem original mexikanischen Restaurant in San Antonio. Kann aber auch daran liegen, dass es ein chain restaurant war und das Essen dort "amerikanisiert" wurde. Oder es lag dran, dass ich nen "Spicy Buffalo Chicken Taco" hatte, was ja nicht wirklich original mexikanisch ist ;-) Es schmeckte auf jeden Fall einigermaßen.
Daheim angekommen packte ich meine Koffer und wir schossen noch ein paar lustige Familienfotos mit Hund, bevor wir alle schlafen gingen. Am Samstag fuhr Elise mich um 6.45am an den Flughafen und der Flug nach DC verlief auch ohne Probleme. Ich musste am Flughafen allerdings einige Sachen aus meinem großen Koffer nehmen, weil er zu schwer war.
Die Martin's haben mich eingeladen, sie wieder besuchen zu kommen und beim nächsten Mal werde ich dann bestimmt auch die Tochter Rose kennenlernen können. Elise sagte mir, dass Rose es schade finden würde, dass wir uns nicht kennenlernen konnten und sie meinte, dass ich für einen oder zwei Tage während meiner Zeit in Dallas nach Austin hätte kommen sollen, weil es dort mehr zu sehen gäbe und weil es dort viel schöner sei. Aber das hätte sich nicht gelohnt, weil ich ja sowieso nur sechs Tage in Dallas war und Austin viel näher an San Antonio ist, als an Dallas. Aber vielleicht klappt das beim nächsten Mal ja...

Dienstag, 29. Januar 2008

Travellog Part 2: San Antonio, TX

Heute bin ich von Louisville aus nach San Antonio geflogen. Der Flug hat soweit ganz gut geklappt, bis auf dass wir von Louisville nach Houston schon eine Stunde Verspätung hatten. Das war aber nicht schlimm, da ich in Houston eh vier Stunden gehabt hätte. Ich hab auch dann erst kurz vor der Landung in Houston gecheckt, dass in Houston oder Texas eine Stunde früher ist, als im Norden. Ich hatte mich auf dem Flug nämlich schon die ganze Zeit gefragt, warum die Stewardess von 2.20hrs Flugzeit spricht, wenn auf meinem Zettel nur anderthalb Stunden standen. Ich war dann pünktlich um 4.45pm in San Antonio und hier hat sogar die Sonne geschienen und es war einigermaßen warm. Heute Abend wollen wir in eine Bar gehen, ich bin zwar ziemlich müde, aber das geht schon. Wir werden bestimmt nicht lange dahin gehen. Ansonsten ist die Wohnung hier schön, es ist in einer gated community mit lauter neuen Häusern und einer schönen Aussicht.
Ich war also am Mittwoch mit Mase und Mark in einem Club, den ein Freund von ihnen promoted und war direkt mal die einzige Weisse, aber es war sehr lustig. Es war nicht viel los, weil es ja Mittwoch war, aber dafür konnte man sich so gut unterhalten.
Am Donnerstag haben wir erstmal ausgeschlafen und uns zum Lunch mit Amy in einem asiatischen Restaurant getroffen, das Essen dort war aber nicht so berauschend. Am Freitag haben wir ausgeschlafen und da es draußen zu kalt war (fanden die Texaner zumindest), haben wir drinne gechillt und abends bin ich mit Amy und ihrer Freundin Elise zur Geburtstagsparty einer Freundin downtown gefahren. Die Freundin ist Mexikanerin und deshalb hat sie auch im Rosito’s, einem mexikanischen Restaurant mit live Musik gefeiert. Das Ambiente war auf jeden Fall schön und die Feier auch sehr lustig, ich habe viele neue Leute kennengelernt und wir hatten unseren Spaß. Komischerweise fragen mich alle Amerikaner, ob alle Deutschen David Hasselhoff mögen und Fans sind und wie ich Dirk Nowitzki finde! Das Essen war original mexikanisch und eigentlich das erste Mal, dass ich überhaupt wirklich mexikanisches Essen gegessen habe. Klar hatte ich schon Chilli und die ganzen bekannten Sachen, aber ich bestellte Enchiladas verdes con pollo und noch irgendwas. Es kam auf jeden Fall mit rice and beans und hat nicht wirklich gut geschmeckt. Es gab noch diverse Vorspeisen wie zum Beispiel Nachos mit feuriger Salsa und so was wie Pita mit geschmolzenem Käse und Hackfleisch und Suppen.
Danach fuhren wir alle ins Silo, wo Elise, Amy und ich aber nur etwa 10min. blieben, weil wir mehr „diverstiy“ brauchen, wenn wir feiern gehen. Dort waren nämlich hauptsächlich ältere Leute und alle waren Weiß. Mark hatte sich dann gemeldet und wollte wissen, wo wir feiern gehen wollen. Allerdings kam es nicht dazu, dass wir feiern gegangen sind, weil Amy Zahnprobleme hat und deshalb starke Medizin nehmen muss. Ihr wurde an der Tankstelle auf dem Weg zum Club schlecht und sie hat sich übergeben müssen. Von daher haben wir uns daheim mit Mark getroffen und nichts mehr an dem Abend gemacht.
Am Samstag war dann der erste Tag von Mark’s Bball Tournament in San Antonio’s East End. Wir sind gegen Mittag losgefahren. Wir hatten strahlenden Sonnenschein und es war auch nicht wirklich kalt. Bei dem Tournament spielten Hobby-Teams, weil es in Amerika im Amateurbereich ja nicht wirklich Vereine gibt. Entweder man spielt am College oder Highschool Varsity oder halt in Pro-Ligen. Torrence, ein Freund von Mark, war für das Tournament aus Houston gekommen und spielte mit Mark und Mase in einem Team. Die Jungs gewannen das erste Spiel. Danach fuhren wir zu Poppeye’s, wo es Chicken und Soul Food gibt. Ich aß dort allerdings nichts, weil die Kassiererin sowohl Geld anfasse, als auch mit ihren langen, künstlichen Fingernägeln im Essen rumpulte. Das brauchte ich nicht. Danach fuhren wir zur Halle zurück, aber es stellte sich heraus, dass die Jungs an dem Tag doch kein Spiel mehr hatten, sondern erst am Sonntag und Montag.
Abends kam dann noch Vanessa, eine Freundin von Amy und Jarod, ein Freund von Mark und wir fuhren zu sechst los zum Revolution Room downtown. Vanessa fährt einen schwarzen 2008 Chevy Tahoe und ich würde mir auf jeden Fall das gleiche Auto kaufen, wenn ich in den USA wohnen würde, das ist total cool und riiiiesengroß!!
Beim Rev Room angekommen, kamen dann gleich Service Leute ans Auto gelaufen und man gab ihnen die Schlüssel, so dass sie die Autos parken konnten. Der Rev Room ist ziemlich groß und hat verschiedene Räume. Die eigentliche Party geht aber im Keller, wo wir dann auch hingingen. Es war total lustig und wir hatten Spaß, allerdings machte der Club auch um 2am schon zu. Also typisch amerikanisch. Buffalo war da ja eine große Ausnahme und sehr untypisch.
Sonntag sind die Jungs dann wieder zum tournament gefahren, aber Amy und ich haben ausgeschlafen und sind dann zu Target einkaufen gefahren. Eigentlich wollten wir um 2pm auch zum Bball fahren und beim Spiel gucken, aber Mark rief dann an und sagte, dass sie schon zwei Spiele gehabt hätten und noch eins um 5pm. Die Halle war etwa 30min. von Mark’s Wohnung entfernt, von daher lohnte es sich nicht, so weit für ein Spiel zu fahren. Ihr Team verlor im Endeffekt im Finale. Als alle dann wieder daheim waren, machten wir uns fertig und bestellten noch Salate von Chili’s. Wir fuhren dann ins ICE, eine Lounge, die nicht weit von Mark’s Haus ist. Es war wieder ein schöner Abend, der allerdings auch wieder um 2am endete.
Am Montag schliefen wir aus, weil Martin Luther King Day war, also national holiday. Mark, Amy und ich fuhren vormittags zu einer Stelle, wo Amy einen neuen Aufkleber für ihr Auto bekam. Es wurde dort gecheckt und danach fuhren wir kurz zu Mark’s Eltern, wo er Schuhe abholte und dann weiter zu einem italienischen Restaurant, wo wir Lunch hatten. Dort war es wirklich gut und das Essen schmeckte auch wirklich italienisch. Amy hatte dann Tickets für die Spiele von ihrer ehemaligen Uni klargemacht und so konnten wir beide nachmittags zur UIW (University of the Incarnate Word) fahren und uns das Spiel der Frauenmannschaft gegen den Lokalrivalen Saint Mary’s angucken. Zum Herrenspiel kamen dann auch Mark und Jarod. Wir hatten Tickets für die erste Reihe. Auch das Herrenteam spielte gegen Saint Mary’s und auch sie verloren. Die Halle war kleiner als unser KAC am Canisus, aber dafür war wesentlich mehr Stimmung, es war laut und die Halle war ausverkauft, was am Canisius College nie passieren wird.
Am Dienstag schliefen wir wieder aus und trafen uns zum Lunch mit Amy und Jaord im „Le Peep“, einem Restaurant, wo es hauptsächlich Brunch, aber auch Mittagessen und alles mit Chicken gibt. Es war recht warm draußen, aber bewölkt. Mark und ich wollten nach dem Essen zum Alamo fahren und am Riverwalk spazieren gehen. Das heisst, ich wollte das, Mark wollte nicht wirklich so weit laufen und hat mich ständig gefragt, ob ich das wirklich sehen will, weil es wäre gar nicht sooo interessant. Aber ich wollte definitiv auch noch die Sachen sehen, die man in San Antonio gesehen haben muss, also fuhren wir zwei downtown und liefen zum Alamo. Mark beschwerte sich die ganze Zeit, warum wir so weit laufen müssten und meinte, er könnte es ja nicht verstehen, dass ich so gerne laufen würde. Aber das Opfer musste er halt für mich bringen ;-). Das Alamo ist recht klein und der Schutzwall ist auch nicht hoch, aber früher gewannen dort die Mexikaner gegen die Amerikaner und das obwohl die Amerikaner wesentlich mehr Soldaten hatten. Der Schutzwall half den Mexikanern jedoch zur Verteidigung. Im Innenhof waren viele Pflanzen und Bäume und dann gab es dort noch ein Museum, wo Waffen von damals und alles mögliche ausgestellt war. Mark und ich machten uns dann auf den Weg zum Riverwalk und wollten durch die Mall laufen, durch die der Fluss fließt. Allerdings fing es extrem an zu regnen und so mussten wir leider, leider unseren Spaziergang auf einen anderen Tag verlegen.
Auf dem Rückweg fuhren wir noch zu Sonic, einem typisch texanischen Drive-Thru. Dort gibt es vornehmlich Shakes und Drinks und solche Sachen. Man geht nicht rein, wie ins Mäcces oder zu BK, sondern man „parkt“ quasi vor einer Tafel, wo alles drauf steht und dann ist da eine Sprechanlage wo man bestellt. Man sitzt im Auto und wartet und irgendwann kommt einer raus, der einem die Bestellung ans Auto bringt – geht’s noch bequemer? Kein Wunder, dass San Antonio auf Platz drei der Städte mit den dicksten Einwohnern liegt…
Ich bestellte einen Chocolate Shake und Mark hatte einen Apple-Strawberry Slush, der fast noch besser schmeckte. Außerdem bestellten wir so Cheesecake Stücke, die natürlich deep fried waren, aber so was von lecker schmeckten!! Ich liebe American Cheesecake!! Abends fuhren Amy, Mark und ich zu Mark’s alter Highschool, wo sein kleiner Bruder Evan ein Spiel hatte. Sein Team gewann mit über 50 Punkten und das Spiel war auch wirklich gut.
Am Mittwoch kochte Mark für uns zwei und nach dem Mittagessen kam Jarod vorbei und wir fuhren downtown, um nach einem Anzug für Mark zu gucken, weil er am Samstag auf einer Hochzeit in Houston eingeladen war. Ich wusste vorher nicht, dass wir nach einer Anzugshose gucken würden, ansonsten hätte ich Mark gesagt, dass er mal sein Jacket mitnehmen soll, weil er hatte es natürlich nicht mit und wusste deshalb auch nicht genau, welche Hose das gleiche schwarz wie sein Jacket hatte…Naja. Es war auf jeden Fall sehr lustig, wie manche Hosen an Mark aussahen und Jarod und ich hatten unseren Spaß. Im ersten Geschäft fand Mark nichts, deshalb fuhren wir zu einem zweiten, wo Mark dann statt einer Hose (er wollte auch nicht mehr als drei Hosen anprobieren) eine DVD kaufte…Im Endeffekt kaufte er dann im ersten Geschäft doch noch eine Hose. Wir trafen uns danach mit Amy und gingen in ein chinesisches Restaurant essen. Amy und ich wollten, dass Jarod und Mark mit uns ins Kino gehen sollten, weil wir „27 dresses“ gucken wollten. Den Film wollten die Jungs allerdings überhaupt nicht sehen, also sind Amy und ich alleine in die Nachmittagsvorstellung gegangen. Der Film war ganz gut, allerdings hatte ich nachdem ich die Preview im TV gesehen hatte, einen komplett anderen Film erwartet.
Am Donnerstag fuhr Mark schon früh zum barber shop und ich wurde zum Lunch von Jarod abgeholt. Wir trafen Amy dann an der Bar-B-Q Station, weil Mark meinte, dass ich San Antonio nicht verlassen kann, ohne Barbeque gegessen zu haben. Ich bestellte auf Rat von Amy sausage und turkey mit potato salad und corn. Es schmeckte auch wirklich gut, Barbeque mag ich ja eh. Als wir daheim ankamen, machten Amy und ich wieder unseren obligatorischen Mittagsschlaf und abends gingen wir ins gym. „The Abbey“, so heisst die gated community wo Amy und Mark wohnen, hat nämlich ein eigenes gym mit allen möglichen Geräten und Radio und TV’s im gym. Draußen ist noch ein großer pool und hot tub und im Nebenraum ist ein großer pool table. Amy und ich gingen beide laufen und es machte total Spaß. Mark und Jarod waren bei einem Bball Spiel. Vom gym aus fuhren wir mit Amy’s Hund Lilly zu Target, weil sie neues Futter brauchte. Was Amy und ich dort aber eigentlich machten, war nach Klamotten gucken. Dort gab es allerdings nichts gutes, also fuhren wir zu einem anderen Target. Dort gab es noch weniger, aber immerhin bekamen wir dort das Hundefutter. In Texas geht wirklich nichts ohne Auto. Und selbst wenn man mittags auf dem freeway fährt, ist immer Verkehr und ständig staut es. Als wir wieder daheim und frisch geduscht waren, guckten Amy und ich wieder unseren Lieblingssender „Oh!“ und unsere Lieblings-Reality-TV-Show „Bad Girls Club“.
Am Freitag trafen Mark und ich uns mit Amy in einer Art Coffee-House, wo es sehr guten Kaffee gibt und aber auch Salate, Wraps und Suppen. Amy und Mark gehen dort öfters zum Lunch hin und die Bedienung kannte die beiden schon. Ich aß einen Chicken Ceasar Wrap und dazu Chicken Noodle Soup. Den Kaffee von dort nahmen Amy und ich to go mit. Nach dem Lunch fuhren wir zu einem großen Laden, wo es outdoor Zeugs gab, hunting Sachen und auch Waffen. In Amerika ist es ja legal, Waffen zu besitzen und jeder kann sich eine kaufen. Mark wollte sich nämlich eine Pistole kaufen und es war wirklich interessant zu sehen, wie einfach es ist, in Amerika an eine Waffe zu kommen. Man muss nur seine Adresse angeben und eine ID Card haben und schon ist man im Besitz einer Waffe. Mark will die, um auf der shooting range schießen zu können. Es war schon krass, wie die Typen, die die Pistolen und Gewehre verkauft haben, von den Waffen begeistert waren. Der Typ, der Mark beraten hat, war ganz stolz, dass seine Frau auch eine Pistole hat und weiß, wie sie schießen muss und lauter so Sachen. Danach sind wir zu einer Art Outdoor Mall gefahren. Das ist hier das Neuste vom Neuen und eigentlich so wie bei uns die Fußgängerzonen. Mit dem Unterschied, dass diese „Mall“ einfach irgendwo hingebaut wurden und so wie Straßen angelegt wurden, in Europa ist alles so von Natur aus. Abends kamen Elise, Jarod, Mase und Vanessa vorbei und wir fuhren erst in den Rev Room, wo es diesmal allerdings nicht so gut war und fuhren deshalb dann ins Dolce. Dort war es wesentlich besser und wir kamen auch alle direkt rein, weil Amy Javasse angerufen hatte. Er war im VIP und kam raus, um uns abzuholen. Es stand nämlich eine riesige Schlange vor der Tür und die Bouncer ließen keinen mehr rein. Aber wir hatten Glück und kamen rein. Drinnen war es total voll, aber sehr gut. Der Club ist auch sehr loungig und stylish und alle Gäste waren gut angezogen und die Musik war sowieso gut. Wir tanzten und hatten Spaß und mussten wie immer um kurz nach 2am schon wieder nach Hause fahren.
Am Samstag war dann die Hochzeit in Houston, zu der Mark eingeladen war. Er hatte keine Lust hinzufahren, aber kam nicht drumherum. Er ging mit Torrence hin, weil der ja in Houston wohnt. Mark fuhr gegen Mittag und Amy und ich chillten den Rest vom Tag, wir guckten Reality-TV und schliefen und fuhren spätnachmittags zu einer Freundin von Amy, um ein Kleid für sie für’s Grand Opening am Abend zu finden. Zurück im Apartment machten wir uns dann für das Grand Opening von Vanessa’s Tanzstudio „Fred Astaire’s“ fertig und als Jarod dann kam, fuhren wir mit ihm zum Tanzstudio.
Die Feier ging von 7pm bis 10pm und wir kamen gegen 8.45pm. Das Tanzstudio ist sehr schön und groß, es waren viele gutgelaunte Gäste da, es gab Buffet (was Amy und mich freute!), Getränke, Musik und eine Profi-Show. Das war natürlich etwas, das viele Leute dazu bewegte, sich für Tanzkurse einzuschreiben. Die Profis tanzten sehr gut und alle waren begeistert. Gegen 10pm fuhren Jarod, Amy und ich dann wieder zurück zum Haus. Dort kamen dann noch Mase und Steph, eine Bekannte von Amy, und gegen 11.20pm fuhren wir zum ICE, wo die Aftershowparty von Vanessa stattfand. Sie hatte den VIP Bereich, wo alle Getränke frei waren. Es gab Grey Goose und alles was man wollte. Der Laden war voll und die Stimmung war gut, genau wie die Musik. Allerdings war das Ende des Abends weniger gut, denn Jarod kippte auf einmal aus heiterem Himmel um! Zum Glück hatten wir Mase dabei, weil Amy und ich hätten Jarod gar nicht hochheben können. Wir gingen natürlich gleich und wollten mit Jarod ins Krankenhaus fahren, aber er wollte absolut nicht ins Krankenhaus und meinte, er wäre okay und könnte wieder reingehen. Das machten wir aber natürlich nicht, sondern fuhren heim. Keiner konnte verstehen, warum Jarod nicht ins Krankenhaus wollte, zumal er im November eine heart attack hatte – und das mit 29 Jahren!! Er schlief die Nacht bei uns im Haus und ihm ging es am Sonntag auch wieder gut.
Nach der turbulenten Nacht fuhr Amy mich am Sonntag zusammen mit Lilly an den Flughafen. Mein Flug ging schon um 12.45pm und wir fuhren um kurz nach 11am. Mark war noch nicht wieder aus Houston zurück, weil man per Auto etwa 3.5hrs braucht und die Hochzeit am Samstag auch erst um 6pm angefangen hatte. Wir hatten uns aber schon am Samstag bevor er gefahren ist verabschiedet.
Die Zeit in San Antonio war total schön und alle haben gemeint, dass ich sie unbedingt wieder besuchen kommen muss. Ich werde die Zeit auf jeden Fall vermissen und definitiv wieder nach San Antonio kommen. Das nächste Mal allerdings, wenn es auch für Texaner warm ist…

Travellog Part 1: Louisville, KY


Mittlerweile bin ich in Kentucky angekommen. Die Flüge von Buffalo nach Philly und von Philly nach Louisville verliefen beide gut und ich war on time. Ich bin am Dienstag hier angekommen und war über das Wochenende davor bei Freunden von Gigi in East Aurora. Judith und ich waren an Silvester erst bei Nachbarn zur Party eingeladen und hatten dort auch echt Spass. Es waren zwar keine Leute in unserem Alter da, und wir mussten jedem das gleiche erzählen („Yes, I’m from Germany….from near Frankfurt…it’s called Gießen…it’s pretty much in the middle of Germany…yes, I’ve been studying at Canisius…yes, I really liked it….I’m flying back to Germany in February…I’m gonna travel a little before I head back home…“), aber das Haus war sehr schön, die Gäste nett und das Essen auch sehr gut.
Auf der Party haben wir auch Ellen kennengelernt, die uns zu sich nach Hause eingeladen hat. Natürlich dachten wir, dass sie das einfach so gesagt hat, weil die Party schon eher so eine high-end Party war und die Leute zum Teil auch ziemlich mit ihren „Sprachkenntnissen“ oder Reiseerfahrungen oder den eigenen Kindern angegeben haben.
Aber bei Ellen war es anders. Martha sagte mir einige Tage später, dass Ellen Judith und mich für eine Party am Samstag bei ihnen eingeladen habe und wir könnten dann auch bis Mittwoch oder Donnerstag bei ihnen in East Aurora bleiben. Wir fuhren am Samstag also mit Martha und Joe nach East Aurora und gingen auf die Party. Das Haus der Moonaw’s ist riesig und nach dem Roycraft-Stil gebaut. Alle Männer waren in Anzug und die Frauen in Abendkleidern oder zumindest Abendgarderobe. Trevor, der Sohn, zeigte uns zuerst unser Zimmer und dann bekamen wir von ihm noch eine Tour durchs Haus.
Die Party war ganz schön und lange. Auf der Party lernten wir noch den Nachbarn Baron von Münchhausen kennen, der uns direkt für Sonntag zum Kaffee und Wein einlud. Am Sonntag fuhren wir zuerst nach Buffalo in die UU Kirche, danach aßen wir dort Suppe und Trevor, eine Freundin und wir zwei gingen dann noch schnell zu Spot’s einen Kaffee trinken. Am Nachmittag gingen Trevor, Judith und ich dann rüber zu „Witt“ (er heißt in Wahrheit wohl Wittich – das sagte Trevor zumindest) und aßen dort Nürnberger Lebkuchen und tranken Wein. Er erzählte noch über seine Familie und seine Übersiedlung nach Amerika in den 70er Jahren und wie viele Kinder er schon „vertauscht“ (er meinte mit amerikanischen und deutschen Familien „ausgetauscht“) hatte.
Am Montag machten Ellen, Trevor, Judith und ich mit Angie, dem Hund, eine Tour durch East Aurora. Zuerst guckten wir uns das Roycroft-Inn an, ein Hotel, das nach dem Roycroft-Thema gebaut wurde und dort hat sich auch die Roycroft-Society getroffen hatte. Danach gingen wir über Main Street zu so einem alten Laden, wo es alles von A-Z gab (und natürlich auch viel Zeug was kein Mensch braucht). Von da aus liefen wir zu der Fisher-Price Factory und zum Museum. Fisher-Price kommt nämlich aus East Aurora und Dave, der Mann von Ellen, ist Toy-Designer und –Entwickler und hat früher dort in der Firma gearbeitet. Mittlerweile wird im Ausland produziert, aber Dave arbeitet immer noch unter Anderem für die Firma.
Er hat uns am Nachmittag noch eine Tour durch seinen Arbeitsplatz gegeben. Er kann von daheim aus arbeiten. Und zwar hat er seine Werkräume im Gartenhaus. Das Haus war früher mal ein Pferdestall, unten standen die Pferde, oben war das Stroh und Heu gelagert. Unten stehen heute die Autos in der Garage, oben hat Dave seine Arbeitsräume. Es war schon sehr interessant, wie er sich die Mechanik von Spielzeugen ausdenkt und dann erste Prototypen aus Plastik baut.
Abends sind Trevor und wir zwei dann nach Buffalo zu „Duff’s“ gefahren und haben dort Chicken Wings gegessen. Es haben uns vorher schon so viele Leute erzählt, dass es dort die besten Wings gebe, aber sooo toll waren sie dann im Endeffekt nicht. Es war viel zu viel Soße drauf und deshalb waren die Wings auch gar nicht crispy. Buffalo Wild Wings ist deshalb immer noch mein Favorite.
Trevor fuhr uns danach nach Hause und bei Gigi packte ich dann noch meinen Koffer und suchte mein restliches Zeug zusammen. Ich traf Abby zum ersten Mal, weil sie ja schon in NYC war, als ich bei Gigi einzog. Mein Zimmer ist nun im Turm, ist zwar klein, aber ich brauch ja kein großes Zimmer.
Am Dienstag stand ich um 5am auf, weil Martha mich um 6.30am abholen und an den Flughafen fahren wollte. Leider bekam ich meinen Koffer nicht zu, also holte Gigi Abby’s Koffer, der kein Hartschalenkoffer war und auch etwas größer ist, und wir packten noch mal alles schnell um. Der Koffer durfte 50lbs wiegen und wog beim ersten mal schon 62lbs. Dann holte ich noch mal ein paar Sachen raus, woraufhin der Koffer nur noch 52lbs wog. Am Flughafen wog der Koffer dann 55lbs, aber ich brauchte kein Übergepäck zu zahlen. Ich hab den Angestellten dann gefragt, ob ich nur einen suitcase mitnehmen dürfe, und er sagte mir dann, dass man immer zwei Suitcases mitnehmen kann.
Um 2.30pm landete ich in Louisville und es war richtig warm. Wir hatten 22°C. Zuerst fand ich Christel und Harry nicht, weil ich auch gar nicht mehr wusste, wie sie überhaupt aussehen, aber dann ließ ich sie ausrufen (der Flughafen ist ja kleiner als der in Buffalo) und nach einer Minute trafen wir uns dann.
Christel und Harry wohnen in Radcliff, was etwa eine halbe Stunde von Louisville entfernt ist. Ich bekam zum ersten Mal seit August echtes deutsches Essen, denn es gab Goulasch mit Kartoffeln und Salat. Am Mittwoch hatten wir wieder strahlenden Sonnenschein und gutes Wetter. Harry, Christel und ich fuhren nachmittags nach E-Town in die Mall und abends fuhr ich mit Christel noch zu Wal*Mart, der hat hier 24hrs auf.
Am Donnerstag hatten wir nur regen, aber zum Glück hat es heute schon wieder aufgehört. Deshalb haben wir gestern auch nichts Großartiges gemacht, außer, dass Christel und ich noch mal einkaufen gefahren sind. Dadurch, dass schlechtes Wetter war, konnte ich direkt mal wieder laufen gehen – auf dem Laufband hier im Keller. Es hat richtig Spaß gemacht.
Heute wollen wir gleich nach Fort Knox fahren und dort ins Museum gehen. Harry war dort mal stationiert und das Areal ist riesig mit ganz vielen Kasernen und Übungsplätzen und so. Wir sind schon mal daran vorbeigefahren. Danach wollen wir Pizza essen gehen und heute Abend hat Andrew, der jüngere Enkel, ein Soccer Match in Louisville. Das fängt um 9pm an und ist indoor, da freue ich mich auch schon drauf...
Das soccer match war ganz lustig, besonders, weil in der Mannschaft von Andrew einer war, der scheinbar erst angefangen hatte, Fußball zu spielen. Er traf keinen Ball, konnte weder Pässe spielen, noch kannte er Laufwege. Andrew spielte in der Abwehr und teils auch als Libero. Er war richtig gut und hat auch ein Tor geschossen. Das Team hat im Endeffekt aber doch mit 2:5 verloren. Das Spiel war eigentlich recht knapp, aber diese Nummer 6, der erst mit Fußball angefangen hatte, spielte komischerweise die Hälfte der Spielzeit.
Am Samstag fuhren Christel und ich dann nach Glendale. Das ist ein kleines Dorf, etwa eine halbe Stunde von hier. Dort ist in jedem Haus irgendein kleiner Laden, wo es entweder Antikes oder Flohmarkt-Zeug oder andere schöne und auch weniger schöne Sachen zu kaufen gibt. Das Wetter war toll, es war zwar etwas kalt, aber wir hatten strahlend blauen Himmel. Auf dem nach Hause Weg blieben wir bei Applebee’s stehen und aßen dort leckeren Salat. Am Sonntag gingen wir morgens erst in die Kirche, wo ziemlich viele Leute waren, die schon mal in Deutschland gelebt haben oder dort herkommen. Christel und Harry gehen in die Lutheran Church, was unserer Kirche am ähnlichsten ist. Das hat mir auch schon viel besser gefallen, als die UU Church. Danach trafen wir uns mit Harry und Candy bei Red Lobster und aßen dort zu Mittag. Harry und Candy wollten mir am Sonntag Louisville (was hier übrigens von allen „Loooulllllvulll“ ausgesprochen wird) zeigen, leider hatten wir kein gutes Wetter. Es war kalt und es regnete etwas. Wir fuhren aber trotzdem nach Louisville und gingen dort zuerst ins Muhammad Ali Museum was auf jeden Fall mein neues Lieblingsmuseum ist.
Es ist noch recht neu und es gibt dort so viele interessante Sachen zu sehen und zu lesen. Das Museum ist außerdem sehr interaktiv angelegt, man kann z.B. Schattenboxen oder einen Boxsack festhalten wo dann von hinten punches reinkommen, die so fest wie von einem Profi-Boxer sind. Ich hab das natürlich mal gemacht und ich musste mich wirklich mit vollem Körper gegen diese punches stellen, würde ich so einen punch abbekommen, wäre ich direkt im Krankenhaus. Es gab am Anfang einen Foto-Stopp, wo wir vor einem blue-screen fotographiert wurden. Später standen wir auf dem Foto dann direkt vor dem Ring. Dann ging es in ein Kino, wo ein Film über Muhammad Ali gezeigt wurde – auf fünf Leinwänden. Danach kam man in den Museumsteil. Dort gab es viele Bilder und kurze Zitate und alles mögliche zu seinem Lebenslauf.
Es ging dort um Muhammad Ali als Menschen, wie er mit dem Boxtraining anfing, in welcher neighborhood er aufwuchs, wie er die Army verweigerte und was er seinen Kindern weitergab. Im zweiten Teil des Museums ging es dann um Muhammad Ali als Boxer. Man konnte viele seiner Trophäen, Boxhandschuhen und Shorts bewundern, bevor man in den Teil kam, wo man selbst aktiv werden konnte. Man konnte dort auch in einen Ring steigen und gegen Boxsäcke boxen. Die ganze Architektur des Museums war sehr cool, man lief nicht nur durch einen Gang oder in einem Raum rund, sondern wurde automatisch immer weiter geleitet, man lief durch verschiedene kleine Räume, unter anderem auch durch ein Café, wo einen eine Stimme dazu aufforderte, zu gehen. Segregation war nämlich auch in Louisville ein großes Thema und Schwarze wurden im Café nicht bedient.
Von dieser Etage konnte man schon eine Etage tiefer auf einen Boxring gucken, auf dem ein weiterer Film zu Muhammad Ali als Boxer gezeigt wurde. In dieser Etage waren dann mehrere Fernseher aufgebaut mit Kino Sesseln davor. Man konnte sich dort hinsetzen und jeden Kampf von Ali angucken, mit den Live-Kommentaren. Von dort aus wurde man in eine Halle geleitet, die auch gleichzeitig zum nächsten Teil des Museums leitete: Muhammad Ali als spiritueller Mensch. In der Halle standen viele olympische Fackeln und wenn man sie anfasste, begann die Flamme zu glühen. Auf einem großen Screen wurde das Video gezeigt, wo Ali die olympische Flamme 1996 in Atlanta ins Stadion brachte. Von da aus kam man in eine Halle, wo es um Werte ging, die er wichtig fand, man konnte auf Computer Screens was dazu lernen. Weiter ging es zu einem Projekt wo Ali Kinder mit unterstützt. In der letzten Etage waren viele Fotographien von Ali ausgestellt und auch etliche Skizzen, die während seiner Kämpfe angefertigt wurden.
Nach dem Museum gingen wir zu „Louisville Slugger“. Dort steht nicht nur der größte Baseball Schläger der Welt, sondern dort werden auch die Major League Bats hergestellt. Louisville Slugger stellt unter Anderem die persönlichen Bats für Vladimir Guerrero her. Der Museumsteil war leider geschlossen, aber wir bekamen eine Führung durch die Fabrik und bekamen zum Abschluss der Tour noch einen mini Bat geschenkt. Danach fuhren wir an den ganzen Sportfeldern der University of Louisville vorbei und zu dem Ort, wo das Kentucky Derby stattfindet.
Heute hatten wir wahrhaftig Schnee! Aber nur ein ganz bisschen und es ist auch schnell wieder weggewesen. Ich war nach dem Frühstück wieder laufen und hab den Rest vom Tag gechillt. Morgen wollen Christel und ich noch mal nach Fort Knox fahren und dort einkaufen. Dann werde ich morgen packen und am Mittwoch fliege ich dann nach San Antonio, TX. Ich freu mich schon und hoffe, dass es dort dann NICHT schneien wird, denn Schnee hatte ich diesen Winter wirklich genug….

Freitag, 28. Dezember 2007

Christmas 2007 in Buffalo


Heute ist der Weihnachtsmarathon 2007 zuende und ich konnte mal ausschlafen. Die letzten Tage waren zwar etwas stressig manchmal, aber sehr schön. Nachdem Lisa am 12/15 ausgezogen ist (unsere anderen roommates sind schon am Freitag sang- und klanglos - im wahrsten Sinne des Wortes - ausgezogen), war ich fuer die naechsten acht Tage alleine in unserem apartment.
Am Samstag war ich nachmittags mit Joe und Martha bei der Nutcracker Aufführung von Anna im Seneca Casino/Hotel. Das Seneca Casino steht unter der Leitung von den Seneca Indianern, die jedes Jahr 25 Millionen Dollar an Niagara Falls bezahlen und dafür eigene Regeln im Hotel/Casino aufstellen können. So ist es zum Beispiel erlaubt, im kompletten Gebäude zu rauchen, was sonst überall verboten ist. Da die Indianer keine taxes bezahlen brauchen, müssen das die Gäste dort auch nicht. Wir schauten uns also die Aufführung des "Nutcracker" an, wo Anna einen kurzen Auftritt hatte, und gingen dann ins Steakhouse essen. In dem Casino befinden sich mehrere Restaurants, aber ein Chef, der gerade die Rolltreppe hochfuhr, als wir runterfuhren, empfahl uns spontan das Steakhouse. Das Restaurant war ein high-end Restaurant und wir hatten Glück, dass wir an einem Samstag Abend dort direkt einen Tisch bekamen. Nach uns kamen noch viele Leute, die keinen Platz mehr bekamen. Anna konnte nicht mit uns essen gehen, da sie um 8pm die nächste Aufführung hatte. Wir hatten zwei server, die sich jeweils bei uns mit Namen vorstellten und uns dann das Menü und die Weinkarte erklärten. Beide waren sehr gut informiert und waren wirklich vom Fach.
Im Steakhouse gab es natürlich vornehmlich Steak, aber das esse ich ja nicht, deshalb aß ich Salmon mit einer Garlic-Weißwein-Sauce und etwas frischem Gemüse. Dazu trank ich einen halbtrockenen Rosé der auch sehr gut war. Joe aß ein besonderes Stück Steak, was sehr groß war und Martha hatte glaube ich Lamm. Als Vorspeise bestellten wir einen Salat, der aus Salat, gedünsteten Apfelscheiben, Tomaten und Schrimps bestand. Der war auch sehr lecker. Der Brotkorb beinhaltete vier verschiedene Sorten Brot, die alle nach eigenem Rezept in der restauranteigenen Bäckerei hergestellt wurden. Dazu gab es vier verschiedene Sorten Butter. Alleine vom Brot hätte ich schon satt werden können.
Das Restaurant hatte außerdem eine Show-Küche. Im hinteren Bereich des Restaurants konnte man also den Chefs live beim Kochen zuschauen und sehen, wie das bestellte Essen zubereitet wird. Natürlich war das komplette Essen auch nicht gerade billig, aber für die Qualität war der Preis angemessen.
Normalerweise sollte an dem Abend ein snow storm kommen, aber er kam erst am nächsten Morgen. Es war auch kein snow storm, sondern einfach nur Schnee, Schnee, Schnee. Ich schlief die meiste Zeit, von daher bekam ich von dem Tag nicht viel mit. Der Sonntag war der erste Tag seit Wochen, wo ich ausschlafen konnte.
Am Montag fingen Judith und ich dann mit unserer tanning Woche an, außerdem gingen wir Mittwoch zu Marshall's einkaufen und aßen danach bei Anderson's. Donnerstag und Freitag waren wir in der Mall, kauften dort noch letzte Weihnachtsgeschenke und ließen am Freitag Fotos von uns machen. Das ist was typisch Amerikanisches, denn jede Familie lässt sich vor Weihnachten fotographieren und hat dann eine Collage wo z.B. "Christmas 2007" draufsteht. Das ist unsere Collage, die sehr schön geworden ist und auch gar nicht teuer war.
Freitag Abend waren Judith und ich dann Rocker, da ich auf Shish's B-Day Party eingeladen war und neben Judith noch Felix, Claudia und Daniel mitbrachte. Die Party fand downtown in einem Künstlerapartment statt. Es spielte eine Band, danach gab es Karaoke. Judith und ich wurden natürlich erstmal doof angeguckt, aber als die anderen Rocker-Gäste checkten, dass wir welche von ihnen sind (hahaha), war alles in Ordnung ;-) Judith und ich hatten auf jeden Fall unseren Spaß und auch keine Probleme, trotz geschätzten -10°C in der Wohnung (eine Heizung wollte der Künstler nicht) im T-Shirt zu feiern. Wir blieben bis 4am und fuhren dann per Taxi heim. Am Samstag schliefen wir wieder aus (oder besser: verschliefen wir wieder. Wir wollten nämlich jeden Tag schon früher aufstehen, als wir es dann tatsächlich taten) und gingen um 4pm zum Bball Spiel von unserem Team. Wir spielten diesmal in der HSBC Arena gegen West Virginia. Die Tickets kosteten für die Student Section nur 5$ und wir waren so direkt am Spielfeldrand. Natürlich verloren wir, aber in der ersten Hälfte konnten wir noch ganz gut mithalten. Unser Problem ist einfach, dass wir nicht genug große Leute haben, die sich unter dem Korb durchsetzen können. Dann haben wir noch Mr. Fank Turner, Guard, der leider der totale Ego-Zocker ist. So kommt es auch schon mal vor, dass er in einem Spiel 18 3er nimmt - und davon drei trifft. Das liegt dann noch nicht mal daran, dass der Gegner Zone spielt, sondern einfach daran, dass er vom Coach die Freiheit bekommt und ein Ego-Zocker ist. Unsere Defense war in der zweiten Hälfte phasenweise aber auch wirklich schlecht. Bei West Virgina konnte man direkt schon sehen, dass die Spieler körperlich schon wesentlich weiter entwickelt waren, als unsere Freshman- und Sophomore-Truppe. Naja, immerhin hatten wir die Blaskapelle neben uns sitzen, die mich ja immer wieder begeistern ;-) Danach fuhren wir tannen und abends fing ich an, meine Wohnung auszuräumen und zu putzen. Das war schon etwas blöd, wenn man alleine ist, weil alle anderen ja einfach nur ihr Zimmer ausräumen und ihre Sachen packen mussten, ich musste dann noch Küche, Bäder und Wohn- und Esszimmer putzen. Am Sonntag Nachmittag wurde ich dann von Gigi abgeholt und zog bei ihr ein. Ich habe hier Abby's Zimmer, das ist die jüngere Tochter, die über die Feiertage bis zum 1/5 bei ihrem Vater in NYC ist. Beim Einzug in MH hatte ich damals 2 Koffer und einen Handgepäckskoffer. Beim Auszug aus MH hatte ich drei Koffer und sechs große Taschen! Ich muss mir noch einen Plan überlegen, wie ich alles wieder nach Hause bekomme... Kaum hatten wir meine Sachen in den dritten Stock geschleppt, fuhren Gigi und ich zu Freunden zum Dinner. Dort hatten wir einen schönen Abend bei leckerem Essen und Wein, aber ich war schon sehr müde von der ganzen Packerei und dem Umzug. Montag war dann schon Weihnachten und ich bekam endlich, endlich die Nachricht vom Mailroom, dass mein Adventskalender-Päckchen dasei!! Wir frühstückten jedoch erst, bevor Jim, ein Freund von Gigi, mich zum Canisius College fuhr. Der Mailroom war natürlich schon zu, was sehr doof war, schließlich hatte ich mich darauf gefreut, an Weihnachten alle 24 Türchen zu öffnen..
Zurück zuhause gab es die Bescherung, da Tess, die ältere Tochter, am nächsten Morgen direkt nach der Kirche an den Flughafen gebracht werden musste. Ich bekam schöne Geschenke von Gigi, die mich an Buffalo und meine Zeit hier erinnern werden. Mittags rief mich dann meine Familie an, da wir geplant hatten, gemeinsam die Bescherung zu machen. So telefonierten wir anderthalb Stunden, bis alle Geschenke ausgepackt waren. Es war sehr lustig, weil ich immer fragen musste, wer gerade was auspackt und wer gerade was geschenkt bekommen hatte. Aber das war auch die beste Lösung denke ich. Sonst hätte ich hier ganz alleine gesessen und meine Geschenke aufgepackt. So konnte man wenigstens per Telefon zusammen Weihnachten feiern.
Nachmittags wurde ich dann von meiner Hostfamily abgeholt und verbrachte den Christmas Eve bei ihnen. Ich lernte Martha's Eltern und ihren Bruder mit seiner Familie kennen. Martha's Bruder Glen war extra mit seiner Familie aus North Carolina hier nach Buffalo gekommen. Sie machen das jedes Jahr und wohnen in einem schönen Hotel in der Nähe des Flughafens. Außerdem war noch Joe's Tochter Nicole mit ihrer Familie da. Martha kochte leckeres Essen und Joe hatte "in honor of Johanna" sogar Spatenbräu besorgt!! Jeder musste nach dem Essen jedoch irgendwo in die Kirche, von daher wurde die Bescherung spontan auf den nächsten Tag verschoben. Anna, Mark und ich guckten dann "Pocahontas", bevor Anna und ich noch kurz "Pokemon" auf der Nintendo Konsole spielten (eigentlich ein Spiel für kleine Kinder, aber trotzdem sehr lustig). Gegen 10.40pm machten wir uns dann auf den Weg zur Kirche, wo eine Midnight Mass stattfand. Die Kirche wo meine Hostfamily hingeht ist die Uniterian Universalist Church. Der Gottesdienst war interessant, aber sagte zu wenig aus. Der Chor der Kirche ist sehr gut und der Gottesdienst bestand hauptsächlich auch aus Liedern, die alle vom Chor gesungen wurden. Was mir auffiel, ist, dass während der gesamten Lieder oder der gesamten "Predigt" das Wort Gott oder Jesus vermieden wurde. Deshalb kann ich die ganze Sache nicht wirklich als Gottesdienst ansehen. Es war mehr so wie eine Unterhaltung, oder dass der Pfarrer eben seine Gedanken mitteilt oder ein Gleichnis vorliest. Alles hatte jedoch nichts mit der Bibel zu tun. Nach der Kirche gabe es natürlich noch snacks und cookies und Getränke, aber ich war so müde, dass ich noch nicht mal mehr kauen wollte oder konnte. Gigi und ich fuhren dann heim und ich legte mich gleich schlafen.
Am Dienstag Morgen wurde ich von Anna und Mark abgeholt und wir gingen zu ihrem Haus. Dort gab es die Bescherung und mein Geschenk war in einem riesigen Karton verpackt. Martha meinte, dass sie wüssten, dass es schwer wäre, so ein großes Geschenk nach Hause zu bekommen, aber sie mussten das einfach für mich kaufen und würden mir das shipping bezahlen. Ich packte es also auf und drinne war: eine kleine Tüte mit Geschenken!!! Alle freuten sich über meine Geschenke und ich mich über meine.
Gegen Mittag fuhren wir dann zu dem Hotel, wo Glen und die Familie wohnten, da es an Weihnachten hier die "Tradition" gibt, dass die Bescherung mit Glen und seiner Familie in der Lobby des Hotels stattfindet und die Kinder im Hotelpool schwimmen und danach in den Whirlpool gehen. Das Hotel war fast leer, also konnten wir problemlos die Lobby einnehmen. Dort stand passenderweise ein großer Tannenbaum, ein Kamin war da und alles sah sehr weihnachtlich aus. Wir gingen zuerst in den Spa Bereich und schwammen und entspannten im Whirlpool. Dann gab es Essen und danach die Bescherung unterm Tannenbaum. Glen's Frau Lynn ist auch sehr nett (genau wie der Rest der Familie) und hatte mir sogar ein kleines Geschenk aus North Carolina mitgebracht. Martha hatte dann noch zwei specials. Zuerst durfte jedes "Kind" sich ein Geschenk ziehen, weil sie jedes Jahr kleine Spielsachen kauft, die die Kinder dann bekommen. Ich zog eine "running nose". Eine Nase, die laufen kann ;-) Das zweite special waren solche Knallbonbons, die eine Krone und eine kleine Flöte drin hatten. Jede Flöte hatte eine Nummer und nachdem wir uns von Nummer 1 bis 8 geordnet hatten, konnte unser Konzert anfangen. In dem Karton war nämlich noch eine Anleitung für Lieder dabei. Martha deutete also immer auf denjenigen, der in seine Flöte blasen sollte und so bekamen wir irgendwie eine Weihnachtsmelodie hin. Es war sehr lustig und wir hatten unseren Spass, nur die Rezeption guckte etwas komisch... Wir fuhren danach kurz nach Hause und dann zu "Yings, Wings and Things", einer chinesischen Bar, wo Glen's Familie vor ein paar Jahren am Christmas Eve mal essen musste, weil alles andere zu hatte. Das ist deshalb auch zu einer Tradition geworden und wir aßen alle zusammen dort. Ich hatte Chicken Wings, die aber lange nicht so gut waren wie die bei Buffalo Wild Wings. Es war aber auch wieder ein sehr lustiger Abend und alle sind sehr nett in der Familie.
Am Mittwoch fuhren wir früh morgens in die Galleria Mall, weil der Tag nach Weihnachten der größte Shopping-Tag des ganzen Jahres ist. Ich wurde schon um 8.15am abgeholt. In der Mall kaufte ich mir dann drei paar neue Schuhe, weil ich letztens meine Stiefel kaputtgemacht hatte und für mein Kleid noch neue Schuhe brauchte. Das dritte Paar brauchte ich, weil sie einfach perfekt sind. Wir hatten nur drei Stunden Zeit, von daher konnte ich auch nur drei Geschäfte machen. Mittags fuhren wir dann nach Hamburg zu Joe's Tochter Noelle, wo wir auch schon an Thanksgiving waren. Dort gab es leckere Sandwichs zum Mittagessen und natürlich wieder viel und leckeren Nachtisch. Wir hatten einen schönen Nachmittag und fuhren Abends wieder nach Hause. Gigi und ich guckten bis 1am noch "What's eating Gilbert Grape" und danach fiel ich todmüde ins Bett.
Am Donnerstag konnte ich fast ausschlafen, aber auch nur fast, da ich mit Mark ans College fahren wollte, um endlich mein Adventspäckchen abzuholen. Am Mittwoch hatten wir es nochmal versucht, aber wir waren wieder nur 20min. zu spät. Diesmal bekam ich endlich mein Päckchen und alle freuten sich für mich mit. Bei Gigi packte ich es aus und auch Gigi war ganz begeistert von dem schönen Päckchen und dem tollen Adventskalender. Gigi und ich fuhren gegen 1pm zur Albright Knox Gallery, weil ich dort noch nie war. Gigi ist Mitglied, von daher mussten wir weder Parkgebühren, noch Eintritt zahlen. Die Gallery hat Bilder von Monet und Picasso, aber auch von vielen zeitgenössischen Künstlern. Im ersten Stock ist die Panza-Ausstellung. Eine Ausstellung zum Thema Farbe. Die Bilder zeigten eigentlich nur Farbe, was ich am Anfang etwas langweilig fand, aber dann habe ich ein Thema und eine Ambition entdeckt und von da an wurde es interessant. Man muss sich halt auf die Farben und die Einfachheit einlassen. In einigen Räumen waren zum Beispiel nur ein paar Neonröhren an der Wand, der Raum war riesig und die Neonröhren sahen etwas verloren aus, in einem anderen Raum waren kleine, bunten Quadrate an die Wand montiert, aber es war wirklich sehr interessant. Was aber am lustigsten war, waren die "Handys" die jeder bekam. In jedem Raum konnte man dort eine Nummer wählen und erhielt Infos zu den Bildern. Jeder lief also mit seinem Handy am Ohr rum, was einfach total lustig aussah und auch das widerspiegelte, was man draußen auf der Straße ständig sieht.
Um 6pm wurde ich dann von meiner Hostfamily abgeholt, weil wir an dem Abend zu einem Candleligt-Dinner gehen würden. Martha's Mutter ist in einem Club, der ein großes, altes und wunderschön erhaltenes Clubhaus on Delaware Ave. hat. Dort findet jedes Jahr zu Weihnachten ein exklusives Dinner für die Mitglieder und deren Familien statt. Die Männer kamen in tuxedo und die Frauen in Abendkleidern. Es gab verschiedene "Powder Rooms" für die Frauen und Männer- und Frauengarderobe sowie die Toiletten waren streng voneinander getrennt. Wir gingen in den zweiten Stock, wo die Cocktailparty stattfand. Dort gab es Getränke und Häppchen, bevor wir eine Etage tiefer im Saal an unseren Tisch geführt wurden. Wir waren 17 Leute, weil Noelle und ihre Familie nicht kommen konnten. Noelle war krank und Alexis, die Tochter, hatte sich den Knöchel verstaucht. Das Dinner war recht lecker, aber halt auch amerikanisch. Der Service war sehr gut und es gab sogar einen Violinisten, der jedes Lied spielen konnte, was man sich wünschte. Martha und ich wünschten uns "Du, du liegst mir am Herzen", was er auch direkt spielte. Martha und ich sangen mit und spätestens beim "Ja, ja, ja, jaaaaaaaaaaa" konnte der ganze Tisch mitsingen. Danach spielte er noch den Schneewalzer. Zeit für ein schönes Familienfoto vor dem Tannenbaum blieb auch noch und gegen 10pm fuhren wir wieder heim. Die Weihnachtstage hier waren wirlich sehr schön und ereignisreich. Ich hatte die Gelegenheit die ganze Familie kennenzulernen, die mich sehr an unsere Großfamilie erinnert. Alles ist immer laut, es ist immer was los und viel Leben überall, es wird viel gelacht und alle sind locker und offen und nett. Trotzdem wäre es natürlich schön gewesen, wenn ich die Feiertage auch daheim gewesen wäre, aber so konnte ich ein amerikanisches Weihnachten miterleben, so wie ich es auch gerne wollte.